Erinnern 45
Kriegsende im südlichen Landkreis Mühldorf

VERANSTALTUNGEN

Der Arbeitskreis erinnern45 setzt auch in diesem Jahr seine Aktivitäten fort. Zur ersten Veranstaltung im neuen Jahr laden wir herzlich ein:

Samstag, 7. Februar 2026, 14.00 Uhr

Start zu Freiheit und Demokratie - nach 1945

Kommunalwahl 1946

Der Krieg ist vorbei und ein politischer und gesellschaftlicher Neuanfang entsteht durch die Kommunalwahlen 1946.
Im ersten Teil der Veranstaltung blickt Daniel Baumgartner, Historiker und Geschichtskoordinator des Landkreises Mühldorf, auf die Ereignisse zu diesem Thema nach 1945 im Landkreis Mühldorf zurück.
Im zweiten Teil berichtet Franz Wicho, Archivpfleger der Gemeinde Aschau, über die Vorgänge in der Gemeinde Aschau zu den Themen Aufarbeitung und Bewältigung der Folgen der NS-Zeit, erste freie Wahlen in der Gemeinde 1946 und 1948, sowie die Gründung der neuen Gemeinde Waldkraiburg.
Die Veranstaltung soll uns dankbar erinnern, dass wir seit 80 jahren in einem freien und demokratischen Land leben dürfen und aufgerufen sind, diese Gesellschaftsform zu erhalten. Eine hohe Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 8. März wäre ein starkes Zeichen dafür.

Veranstalter: Gemeinde Aschau a. Inn und Arbeitskreis erinnern45
Referenten: Daniel Baumgartner, Franz Wicho
Ort: Pfarrheim St. Anna in Aschau a. Inn

Mittwoch, 8. April 2026, 14.00 Uhr

Erzählcafé in Jettenbach: Erinnerung an die Zeit zwischen 1945 und 1950

Schule Jettenbach, Jahrgang 1946

Das Kriegsende vor 80 Jahren veränderte die Gemeinde Jettenbach grundlegend. Die amerikanische Militärregierung hatte politisch das Sagen, viele Männer waren noch im Krieg oder waren verletzt an Leib und Seele in ihren Berufen und in der Landwirtschaft nicht mehr einsatzfähig. Junge Männer hatten wegen ihrer Einschränkungen wenig Selbstvertrauen, es herrschte „Frauenüberschuss.“ Dazu kamen ab 1945/46 viele Vertriebene ins Dorf und wurden in Privathäusern einquartiert. Die ehemalige Struktur, die ehemaligen Machtverhältnisse waren innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Trotzdem hatten die Alt- und Neu-Jettenbacher Sehnsucht nach Normalität, nach einem unbeschwerten Alltag, hatten Lust auf Unterhaltung, Musik, auf Feste und Vergnügungen.

Wer hat als Zeitzeuge oder „Zweitzeuge“ noch Erinnerungen an die Zeit der Endvierziger oder der beginnenden 50er Jahre? Wie hat man gelebt, gearbeitet, gefeiert? Wie hat man geheiratet, wer waren die Lehrer und Geistlichen? Was haben Eltern und Großeltern über diese Zeit erzählt? Eingeladen sind alle, die bei Kaffee und Kuchen Geschichten aus dieser Zeit erzählen oder hören wollen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstalter: Heimat- und Kulturkreis Jettenbach, Kreisbildungswerk Mühldorf, Arbeitskreis erinnern45
Moderation: Elvira Schreiner
Ort: Gaststätte zum Bahnhof in Jettenbach


Freitag, 10. April 2026, 19.30 Uhr

Vortrag "Nachkriegsfilm: Von der Aufarbeitung zur Verdrängung"

Bildnachweis: DEFA-Stiftung

Der Film „Die Mörder sind unter uns“ war 1946 der erste deutsche Nachkriegsfilm. Als sogenannter „Trümmerfilm“ erzählt der Film eine Geschichte, die auch von anderen nachfolgenden Trümmerfilmen aufgegriffen wurde: Spielhandlung meist in Kriegsruinen, Probleme von Kriegsheimkehrern, Armut, Leid und Not im Nachkriegsdeutschland, Verlust der Humanität und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit im Nazi-Deutschland.

Die Trümmerfilme waren interessante Zeugnisse der Zeitgeschichte und gesellschaftlichen Entwicklung, deutlich beliebter und erfolgreicher aber waren Unterhaltungsfilme der Besatzungsmächte. Spätestens mit dem ersten Heimatfilm „Schwarzwaldmädel“ von 1950 war die Zeit der Aufarbeitung von Krieg  und Nationalsozialismus vorbei und die Zeit der Verdrängung begann.

Referent: Franz Haider, Medienpädagoge
Ort: Pfarrheim Mariä Himmelfahrt, Gars am Inn


Freitag, 12.  Juni 2026, 18.00 Uhr

Spurenwanderung: Leben in Aschau Werk um 1946

In den ehemaligen Bunkeranlagen in Aschau Werk wurden ab 1946 Heimatvertriebene angesiedelt. Wie haben sich die Familien zurechtgefunden? Was war es für ein Leben in dieser Siedlung, die sich aus einem großen Rüstungsbetrieb entwickelt hat, in der bis Kriegsende Nitrocellulose für Sprengstoff produziert wurde? 

Das Aschauer Team von "erinnern45" lädt zu einer Spurenwanderung nach Aschau Werk ein. Bei der Wanderung erfährt man interessante Einzelheiten über noch vorhandene Gebäude, Straßen und Plätze des ehemaligen Rüstungswerks aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Wanderung erstreckt sich über ca. 2 km und dauert ca. 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Treffpunkt: Parkplatz bei der Kirche St. Josef, Aschau-Werk
Spurenwanderer: Franz Wicho 
Veranstalter: Geschichtszentrum Mühldorf, AG erinnern45, Kreisbildungswerk Mühldorf

Sonntag, 12. Juli 2026, 9.15 Uhr nach dem Gottesdienst

Einweihung der Todeszug-Gedenktafel in Grünthal

Kurz vor Kriegsende führte ein Todesmarsch von Häftlingen aus dem KZ Buchenwald durch Grünthal. 14 von ihnen wurden ermordet und im Wald verscharrt. Nach Kriegsende wurden sie auf Anordnung der amerikanischen Streitkräfte exhumiert und im Juli 1945 neben der Grünthaler Friedhofsmauer bestattet. 1960 erfolgte die Umbettung in ein Sammelgrab bei Dachau.
Die Gedenktafel an der Grünthaler Kirche wird an diesen Todesmarsch erinnern.

Ort: Kirche St. Andreas, Grünthal


Samstag, 26. September 2026, 7.30 Uhr

Innehalten in Dachau: Tagesfahrt zum Gedenken an die Opfer des NS-Regimes

Der Name Dachau steht für ein furchtbares Lehrstück der Geschichte: Kaum waren die Nationalsozialisten an der Macht, begannen sie ihre Gegner systematisch zu verfolgen und zu vernichten.

Mit dieser Exkursion zur KZ-Gedenkstätte verbinden wir dreierlei Anliegen: Die Auseinandersetzung mit der Barbarei. Das Gedenken an die Opfer. Und die Bewusstseinsbildung für den Wert von Demokratie und Menschenrechten.



Organisatorische Hinweise:

07:30    Bus-Abfahrt Aschau Kiesparkplatz
              (07:45 Waldkraiburg Rathaus, 08:05 Mühldorf Bahnhofsplatz)
              Bitte selbst für Verpflegung/Getränk sorgen!
10:00    Führung Gedenkstätte, anschließend Impuls in der Karmel-Kapelle
14:00    Einkehr in einem Gasthof (auf der Heimfahrt)

Beitrag incl. Busfahrt und Führung: 35,00 Euro

Anmeldung bis 18.09.2026 beim Kreisbildungswerk (siehe PDF-Ausschreibung)
oder bei Michaela Bock, Pfarrei Aschau, Tel. 0177 866 8332

Eine Kooperationsveranstaltung des Kreisbildungswerks Mühldorf mit dem Verein für Erinnern Mühldorf, dem Arbeitskreis Erinnern 45 und der Pfarrei Aschau am Inn.

Vormerken:

Mittwoch, 14. Oktober 2026  14.00 Uhr 
Erzählcafé beim Moyerhof in Aschau

Samstag, 17. Oktober 2026, 15.00 Uhr
Gedenkfeier in Mittergars, mit Impulsvortrag